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Veranstaltung
Klaipėdos muzikinis teatras

Die imaginäre Oper „Jūratė“ von M. K. Čiurlionis

2 Vorstellungen 2026-09-23 18:30 – 2026-09-24 18:30
  Mikalojus Konstantinas Čiurlionis (1875–1911) war sich der Bedeutung und des Gewichts des Operngenres im gesamten kulturellen Bereich sehr wohl bewusst. Im Januar 1906 schrieb er an seinen Bruder Povilas (noch vor der Uraufführung der ersten nationalen Oper – Miko Petrausko „Birutė“): „Kennst du die litauische Bewegung? Ich bin entschlossen, alle meine bisherigen und zukünftigen Werke Litauen zu widmen. Wir lernen die litauische Sprache, und ich bereite mich darauf vor, eine litauische Oper zu schreiben.“ Damit hob der Komponist die Oper als besonders bedeutsame Ausdrucksform der Identität der nationalen Musikkultur hervor. Der Gedanke, eine litauische Oper zu schaffen, wurde für M. K. Čiurlionis zu einem konkreten Ziel, nachdem er die junge Schriftstellerin Sofija Kymantaitė kennengelernt hatte, die später seine Frau wurde. Bis zum Sommer 1908 stand bereits das Thema der Oper fest. Grundlage der Oper sollte die Legende „Die Königin der Ostsee“ sein, die um 1830 von dem litauischen Literaten, Ethnografen, Volkskundler und Historiker und Übersetzer Liudvikas Adomas Jucevičius um 1830 verfasst hatte. Die erhaltenen Bühnenbildskizzen von M. K. Čiurlionis sowie der Briefwechsel über das von Sofija vorbereitete Libretto belegen eindeutig, dass man sich auf diese Version der Legende über die Liebe von Jūratė und Kastytis stützte. Aus dem Briefwechsel wissen wir, dass Sofija das Libretto fertiggestellt und nach St. Petersburg geschickt hatte, wo sich Konstantinas zu dieser Zeit aufhielt. Wir wissen auch, dass der Komponist dort viel Zeit am Klavier mit dem Libretto verbrachte, auf der Suche nach dem Klang von „Jūratė“. Über die musikalische Sprache und die szenischen Absichten der zukünftigen Oper schrieb Konstantinas an Sofija, nachdem er sich bereits mit dem Libretto vertraut gemacht hatte: „Jūratė“ gefällt mir von Mal zu Mal besser, und schon heute habe ich ein wenig Musik darin gehört. <…> Zose, Zose, gib mir einen Rat. Soll ich Volksmelodien darin vermeiden oder nicht? Soll ich mich mit den technischen Schwierigkeiten auseinandersetzen oder nicht? Denn wenn man bedenkt, dass unsere Leute so arm sind und nichts haben, tut es mir leid, dass auch dieses Werk an ihnen vorbeigehen wird, und doch wollen du und ich ihnen doch etwas geben. Du verstehst mich doch, Zosele, dass ich mir selbst keinen Unrecht tun will, sondern mir nur eine schwierigere Aufgabe stellen möchte. Ich möchte, dass sie sogar in Warschau aufgeführt werden kann und zu gegebener Zeit auch in Vilnius, aber bis dahin wird noch viel Wasser den Fluss hinunterfließen“. Aus den Briefen geht hervor, dass der Komponist bereits eine klare und detaillierte Vorstellung vom Beginn der Oper und der ersten Szene hatte – die Reihenfolge des Auftritts der Figuren, die Anordnung der Opernnummern, die Reihenfolge des Einsetzens der Chorstimmen und ähnliche Details – doch all dies blieb letztlich ungeschrieben oder wurde nicht in Noten festgehalten. In den Jahren 1906–1909, als der Komponist die Möglichkeiten der Opernkomposition erwog, offenbaren Čiurlionis Werke aus dieser Zeit, die größtenteils in Form von Skizzen erhalten geblieben sind, eine sehr vielfältige und subtile künstlerische Welt des Komponisten offen, in der maritime Bilder und Verflechtungen von Volksliedfragmenten dominieren, die von für jene Zeit sehr kühnen kompositorischen Strategien zeugen. Diese Skizzen und Fragmente zeigen, wie tief Čiurlionis in die geplante litauische Oper „Jūratė“ eingetaucht war. Auf der Grundlage dieser Skizzen und Fragmente, der in den Briefen der Čiurlionis verewigten Ideen, der Bühnenbildskizzen sowie unter Verwendung von Werkzeugen der künstlichen Intelligenz (KI) zur Generierung von musikalischem Material hat ein großes Kreativteam die imaginäre Oper „Jūratė“ von M. K. Čiurlionis geschaffen – einen Traum, den Konstantinas selbst nie verwirklichen konnte. Die Oper erzählt die Legende von der Meeresfürstin Jūratė, deren Bernsteinpalast auf dem Grund der Ostsee thront. Jūratė verliebt sich in einen Menschen vom Land – den mutigen und einfachen Fischer Kastytis, der sich dem Willen der Götter widersetzt und in den heiligen, für Menschen verbotenen Gewässern fischt. Die Götter, insbesondere der mächtige Perkūnas, sind erzürnt über die verbotene Liebe zwischen der göttlichen Königin und dem sterblichen Menschen. Er schlägt mit Blitzen in Jūratės Bernsteinpalast ein, zerstört ihn und trennt die Liebenden. Kastytis ertrinkt im stürmischen Meer, während Jūratė dazu verdammt ist, ewig um ihre verlorene Liebe zu weinen und ihre bernsteinfarbenen Tränen an die Ostseeküste zu spülen. Zwar wollte Čiurlionis, dass seine Oper ein Werk bleibt, das offen für Interpretationen ist und vielleicht von ewiger Liebe zeugt, deshalb erklingt, wie er es vorgesehen hatte, im imaginären Finale von „Jūratė“ das „Ewige Duett“. Historischer Berater: Rokas Zubovas Komponisten: Mantautas Krukauskas, Arvydas Malcys, Mykolas Natalevičius Regieassistentin: Gina Busko Das Opernlibretto wurde von Julius Keleras ins Englische übersetzt Produzent: „Operomanija“ Koproduzent: Altes Theater Vilnius Partner: Litauische Akademie für Musik und Theater, Puppentheater Klaipėda, „Naujasis teatras“, Verband litauischer Komponisten

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