
Man nennt mich „Kalendorium“
Ursprüngliche Veranstaltungsquelle

Beschreibung
Premiere am 14. Februar 2025
Nach dem Roman „Man nennt mich Kalendorium“ von Andris Kalnozols
Übersetzung des Romans und der Inszenierung aus dem Lettischen: Laimantas Jonušys
Regie und Inszenierung: Elmārs Seņkovs
Bühnenbild: Reinis Suhanovs
Assistentin des Bühnenbildners für Kostüme: Laura Ruškytė
Dramaturgin: Loreta Kalniņa
Choreografin: Sintija Skrabe
Komponist: Edgars Mākens
Lichtdesigner: Niks Cipruss
Regieassistent: Marius Pažereckas
Stunt-Assistenten: Rokas Tomaševičius, Darius Matevičius
Darsteller:
Džiugas Grinys – Oskaras (Kalendorius)
Darius Meškauskas – Janina Neimanė
Eglė Barauskaitė – Mutter Klara
Vaidas Jočys – Pastor Arvydas
Jonas Baranauskas – Kallė, Bühnenbauer, Besucher des Nachtclubs „Cherry Club“, Einwohner des Städtchens, Polizist
Toma Gailiutė – Ruozė, Bibliothekarin Zanda, Köchin Kitija, Besucherin des Nachtclubs „Cherry Club“, Einwohnerin des Städtchens
Renata Idzelytė – Birutė, Koch Girtas, Dorfbewohnerin, Besucherin des Nachtclubs „Cherry Club“
Karolis Maiskis – Köchin Vera, Besucher des Nachtclubs „Cherry Club“, Bühnenbauer, Hausmeister, Grabenbauer
Samanta Pinaitytė – das hübsche Mädchen, die Suppenesserin
Simona Šakinytė – Maiga, Besucherin des Nachtclubs „Cherry Club“, Einwohnerin des Städtchens, Frau von der Straße
Mikalojus Urbonas – Leo (Lenin), Suppenesser, Dorfbewohner, Besucher des Nachtclubs „Cherry Club“
Justina Vanžodytė – Vikija, Suppenesserin, Dorfbewohnerin
Alius Veverskis – Uvis, Suppenesser, Besucher des Nachtclubs „Cherry Club“, Polizist, Hausmeister
Jonas Viršilas / Edvardas Brazys – Otto, Suppenesser, Einwohner des Städtchens
Marius Pažereckas – Hausmeister, Suppenesser, Einwohner des Städtchens
Antanas Razgauskis – Hausmeister, Besucher des Nachtclubs „Cherry Club“, Sicherheitsbeamter, Grabengräber
Linas Rubinas – Lichttechniker
Aleksandras Burovas – Bühnenmechaniker
Wir danken dem Kinderchor des Vydūnas-Gymnasiums in Klaipėda (künstlerischer Leiter Arvydas Girdzijauskas) für seinen Beitrag zur musikalischen Gestaltung des Stücks „Man nennt mich Kalendorium“.
Bislang lebte Oskaras zusammen mit seiner Mutter Klara ein zurückgezogenes Leben in einem kleinen lettischen Städtchen. Er hat sich die Daten aller Namenstage auswendig gelernt, weshalb die Einheimischen ihn „Kalendorium“ nennen. Für Oskaras ist es sehr wichtig, viel spazieren zu gehen und Stress zu vermeiden, da er sonst wieder in der Klinik landen könnte. Einmal pro Woche besucht er den örtlichen Pfarrer Arvydas, um sich mit ihm zu unterhalten. Allmählich beginnt sich sein Alltag zu verändern, als der Pfarrer ihm vorschlägt, das wichtigste Wort der Woche auszuwählen und jeden Tag darüber zu schreiben.
Die Handlung des Stücks „Man nennt mich Kalendorium“ entfaltet sich in den Einträgen aus Oskars Tagebuch, in denen sich nicht nur seine lebhafte und eigenwillige Sicht auf die Welt offenbart, sondern die auch spannende und lustige Wendungen der Handlung bereithalten. Oskaras wird zu einer wichtigen Figur in der kleinen Stadt und im Leben anderer einsamer Außenseiter.
Das Stück basiert auf dem Kultroman „Man nennt mich Kalendorium“ des Schriftstellers, Schauspielers und Regisseurs Andris Kalnozols, der 2021 den lettischen Literaturpreis des Jahres in der Kategorie „Herausragendstes Debüt“ gewann. Es handelt sich um eines der einzigartigsten und einprägsamsten Werke der jüngeren lettischen Literatur, das bei den Lesern großen Anklang gefunden hat. Die litauische Übersetzung erschien 2022 (Übersetzung: Laimantas Jonušys, Verlag „Odilė“).
„Dieser junge, starke, aber ‚nervenschwache‘ Mensch macht sich Gedanken über Dinge, die ihn eigentlich gar nicht interessieren sollten – etwa darüber, was echt ist und was wahr ist. ‚Die Daten sind echt, und die Namen der Menschen sind wahr. Deshalb kann ich ruhig sein. Alles andere steht unter einem Fragezeichen“ (S. 183). Was unter einem Fragezeichen steht, ist natürlich mehr. Schließlich steht jeder Mensch unter einem Fragezeichen. Wer hätte gedacht, dass die alte Janina, die trinkt und den ganzen Garten mit Gurken bepflanzt, dies zum Gedenken an ihren geliebten Menschen tut, denn die Gurken stammen von einem einzigen Samenkorn, das in seiner Tasche gefunden wurde. Eine wunderbare Wohltätigkeitssuppe aus diesen Gurken, die Oskaras erfunden hat: Schließlich hat jeder Hungrige ein Recht auf einen Teller heißer Suppe. Es muss eine Ordnung geben, die die Hungrigen schützt. Auch wenn der Hund manchmal von der Kette losgelassen wird. Es muss einen Ausweg für alte, einsame Menschen geben. „Wenn du alt und einsam bist, ruf an, und wir werden uns etwas einfallen lassen“ – eine solche Anzeige für Menschen zwischen 70 und 100 schreibt Oskaras. Und er findet Menschen, die darauf reagieren. Es muss Maßnahmen geben, die den Geist beleben und es ermöglichen, die Verbundenheit untereinander zu spüren. Was ist Menschlichkeit im schwierigen Alltag der Menschen, wenn nicht Beziehungen, das Reden und Zuhören, wenn nicht eine Suppenküche, wenn es schon sein muss. Aber es muss noch mehr sein. Warum nicht ein Theater, das aus denselben Worten entsteht, die in gewisser Weise wichtig sind.“
Viktorija Daujotytė „Über einen Roman, der mir gefallen hat“ („Šiaurės Atėnai“, 17.06.2022)
Aufführung auf Litauisch mit englischen und lettischen Übertiteln.
Die Übertitel sind ab der fünften Reihe des Parketts am besten zu sehen.
Während der Aufführung wird geraucht.
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